Corona_Krise_Schweizer_Immobilienmartk_Properti

Die Corona-Krise trifft alle Lebensbereiche – davon ist auch der Schweizer Immobilienmarkt nicht ausgenommen. Je nach Segment ist jedoch die Wucht der Folgen ganz unterschiedlich. Hier stellen wir Ihnen sowohl die aktuelle Lage des Schweizer Immobilienmarktes als auch kurz- und längerfristige Verschiebungen in der Branche vor. Zudem teilen wir positive Entwicklungen mit Ihnen, denn zum Glück sieht nicht alles grau aus!

 

Der Schweizer Immobilienmarkt während und nach der Corona-Krise

Die Corona-Krise ist seit März 2020 das wichtigste Thema, das uns alle beschäftigt. Auf dem Immobilienmarkt in der Schweiz, ähnlich wie in vielen anderen Ländern, herrscht derzeit viel Unsicherheit, da sich durch die Pandemie vieles verändert hat. In den letzten Monaten ist die Transaktionstätigkeit stark gesunken. Vor allem Mietzahlungen sind gefährdet, aber auch Expansionspläne von Unternehmen liegen auf Eis. Im Bereich Immobilienkäufe hingegen sieht die Lage etwas besser aus.

 

Einbrüche im Schweizer Immobilienmarkt aufgrund COVID-19

In den letzten Jahren waren Immobilien ein sicherer Hort mit hohen Renditen. Die Schweizer Immobilienaktien haben stetig zugelegt und die durchschnittlichen Renditen für Mietobjekte in der Schweiz lagen bei 6,2%. Da wir nun jedoch aufgrund der Corona-Pandemie auf eine Rezession zusteuern, sind Änderungen zu erwarten.

Schon jetzt lassen sich an der Börse erste Änderungen auf dem Schweizer Immobilienmarkt ablesen. Die Allzeithochs, die noch im Februar 2020 zu erkennen waren, sind eingebrochen. Immobilienaktien sind um bis zu 28% und Immobilienfonds um bis zu 17% im Wert gesunken. Jedoch müssen diese Entwicklungen an der Börse nicht unbedingt ähnliche Auswirkungen auf Immobilienbesitzer haben.

Fest steht, dass sich die konjunkturellen Aussichten insgesamt verschlechtern. Die folgenden Entwicklungen lassen sich aus den letzten Monaten der Corona-Krise ableiten:

  • Sinkende Mieten in allen Segmenten
  • Geringere Nachfrage nach Kaufobjekten
  • Gleichbleibende Anzahl an Bauvorhaben und Baubewilligungen

 

Mittel- und langfristig: Mieten sinken – Kaufpreise nicht

Experten gehen davon aus, dass in den nächsten Monaten oder sogar Jahren die Mieten in der Schweiz weiter sinken werden. Dies sind vor allem für Vermieter schlechte Nachrichten. Aktuell büssen Verkaufsflächen in der Miete am meisten ein (bis zu 5%). Aber auch Wohnungsmieten und Büromieten sind bereits im ersten Quartal 2020 um respektive 0,3% und 0,2% gesunken.

Hinzu kommt, dass weniger Zuwanderung in die Schweiz erwartet wird. Entsprechend wird es weniger Nachfrage nach Kauf- und Mietimmobilien geben. Andere Krisen wie etwa die Finanzkrise zwischen 2007 und 2009 haben gezeigt, dass eine längere Phase der Zurückhaltung folgt. Stellen werden eher abgebaut als neu geschaffen und Experten rechnen mit einem steigenden strukturellen Leerstand.

Dennoch ist davon auszugehen, dass der Schweizer Immobilienmarkt nicht schwerwiegend oder dauerhaft einbricht. Für Geschäftsliegenschaften, Restaurants und Hotels sind die schwersten Folgen zu erwarten. In Bezug auf konstante Mieteinnahmen ist mit Solidarität zu rechnen, sowohl unter Mietern als auch unter Vermietern. Zwar werden die Gesamtrenditen insgesamt sinken, aber die Verluste halten sich in vielen Branchen vermutlich in Grenzen.

Für die nächsten zwölf Monate sind diese Entwicklungen zu erwarten:

  • Wertkorrekturen von bis zu 10% bei Verkaufsflächen
  • Nur leicht sinkende Mietzinse bei Wohnungen und Büroflächen
  • Weniger Nachfrage nach Ferienwohnungen, Hotels, Restaurants und Verkaufsflächen
  • Weniger Nachfrage nach Eigenheimen

Darüber hinaus erwarten Experten, dass sich die Nachfrage, ebenso wie die gesamtwirtschaftlichen Perspektiven der Schweiz, wieder erholt. Lokal überhitzte Märkte sowie Luxusimmobilien werden das alte Niveau vermutlich nicht mehr erreichen, aber der Mietzins sowie die Preise von Eigenheimen werden sich in den nächsten Jahren wieder einpendeln.

 

Erwartete Mietzinsveränderungen

Besonders die Veränderungen im Mietzins sind schon jetzt zu spüren. Zugleich ist davon auszugehen, dass viele europäische Länder, darunter die Schweiz, bereits die schlimmste Zeit der Corona-Krise überstanden haben. Daher rechnen Experten damit, dass die Mietzinse nicht viel weiter sinken.

Die folgenden Zahlen sind derzeit realistisch:

  • Mietzinseinbruch von bis zu 10%: Verkaufsflächen
  • Mietzinseinbruch von bis zu 5%: Büroflächen
  • Mietzinseinbruch von weniger als 5%: Wohnungen

Übrigens werden die Zinsen auf dem Finanzmarkt vermutlich nicht weiter sinken. Hier hat die Corona-Krise das Tiefzinsniveau vor allem zementiert. Auch langfristig werden die Zinsen nicht oder nur kaum ansteigen, was gute Nachrichten für Immobilienkäufer sind.

 

Erwartete Preisveränderungen bei Eigenheimen

Bisher sind noch keine deutlichen Änderungen bei den Immobilienpreisen auf dem Schweizer Immobilienmarkt aufgrund der Corona-Krise zu verzeichnen. Jedoch hat die Nachfrage nach Immobilien deutlich angenommen. In den letzten Wochen nimmt die Branche langsam wieder an Fahrt auf und Interessenten kehren an den Markt zurück. Ein wichtiger Trend ist hier das Arbeiten im Home-Office, was viele Menschen dazu bringt, sich ausführlich mit der eigenen Wohnsituation zu verändern.

Experten vermuten, dass die Preise für Eigenheime minimal fallen könnten, was an der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation in der Schweiz und in Nachbarländern liegt. Insbesondere in der zweiten Hälfte von 2020 könnte sich die Kaufkraft verändern. Grundsätzlich sind hier jedoch keine drastischen Änderungen zu erwarten. Das liegt auch daran, dass Immobilien als standhafte, zuverlässige Investitionen gelten. Selbstbewohnte Wohnimmobilien gehen daher vermutlich relativ unbeschadet aus der Krise.

 

Positive Entwicklungen: Digitalisierung und Innovation

Trotz der negativen Folgen hat die Corona-Krise auch zu einigen positiven Entwicklungen in der Schweizer Immobilienbranche geführt. Dazu gehört etwa die Tatsache, dass digitale Medien einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht haben. Hochwertige Fotos, 360°-Rundgänge und Live-Videos kommen zum Einsatz, um Interessenten virtuell durch Immobilien zu führen. Auch Immobilienbewertungen und Exposé-Erstellungen sind online möglich. Webinare helfen dabei, Wissen über die Branche zu verbreiten.

Immobilien-Experten mit einem Fokus auf Innovation und digitaler Technologie sind jetzt klar im Vorteil. Als Proptech-Unternehmen sind wir bei Properti stolz auf unsere Positionierung, die es uns erlaubt, selbst in Krisenzeiten weiter unser Ziel zu verfolgen – wir vermitteln Ihnen zum bestmöglichen Preis die eigenen vier Wände!

Ausserdem sind die folgenden, grundsätzlich positiven Zukunftsszenarien in der Immobilienbranche denkbar:

  • Gestiegener Bedarf an Gesundheitsimmobilien, zum Beispiel private und öffentliche Spitäler
  • Lagerflächen gewinnen an Bedeutung
  • Home-Office gewinnt an Bedeutung
  • Strukturwandel Richtung E-Commerce und Onlinehandel

 

Fazit: Mini-Krise statt grossem Crash

Basierend auf dem aktuellen Informationsstand erwarten wir, dass sich die Immobilienwirtschaft in der Schweiz ab der zweiten Jahreshälfte 2020 langsam erholt. Insbesondere im Bereich der Eigenheime und auf dem Hypothekarmarkt sind keine wesentlichen Änderungen zu erwarten. Bauwirtschaft, Mietwohnungsmarkt und vor allem Gewerbeflächen hingegen werden auch mittelfristig Einbussen verzeichnen. Es handelt sich somit um eine kleine bis mittelgrosse Krise, nicht jedoch um einen marktumfassenden Crash wie etwa in der Finanzkrise 2008.

Ob als Käufer, Verkäufer, Mieter oder Vermieter, wir sind gern für Sie da und helfen Ihnen durch die Krise! Eine Erstberatung ist bei Properti zum Beispiel online via Google Hangout oder Zoom möglich. Die erste Besichtigung führen wir gern digital als VR-Tour oder mit Unterstützung von Robotics durch. Selbstverständlich halten wir uns an alle BAG-Vorschriften, sodass Sie gesund und zufrieden zu Ihrer neuen Immobilie kommen. Wir freuen uns auf Sie!

 

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