Nachdem die Schweizer Grossbank UBS im Juni 2020 mit der Plattform „Key4“ die digitale Suche nach Hypotheken möglich gemacht hat, folgt nun der nächste Streich: Im Juli 2020 beteilt sich die UBS am Immobilien-Startup Houzy. Damit folgt die Bank dem Trend, sich gleich im ganzen Ökosystem Wohnen einen Platz zu sichern.

 

Die Beteiligung an Houzy

Mit der Beteiligung an Houzy zeigt die UBS, dass sie mehr als bereit ist, ihre Digitalisierung und Transformation voranzutreiben. Neben Partnerschaften mit verschiedenen Unternehmen, die sich etwa an der neuen Key4-Plattform für digitale Suche nach Hypotheken beteiligen, setzt die UBS auch auf Investments in Startups.

 

Houzy ist eine unabhängige Service-Plattform für Hausbesitzer aus Zürich, die bei der digitalen Erfassung des Wohneigentums helfen möchten. Das junge Startup möchte eine smarte, relevante und benutzerfreundliche Plattform für Wohneigentümer in der Schweiz darstellen. Dazu gehören digitale Tools, ein Expertennetzwerk und Unterstützung bei der Digitalisierung der Wohnung. Damit verortet sich Houzy als moderner Dienstleister für das Ökosystem Wohnen.

 

Die UBS hat nun in unbekannter Höhe in das Startup investiert. Damit ist Houzy das erste Venture Investment der Schweizer UBS. Houzy soll das System von Key4 mit wichtigen Services für Hausbesitzer ergänzen. Neben Tipps, Empfehlungen und Dienstleistungen gehören dazu auch nützliche Tools für Wohneigentum. Die im Jahr 2017 gegründete Plattform arbeitet mit über 500 Fachleuten aus zehn Branchen und hat mehr als 15.000 registrierte User.

 

UBS möchte mit der strategischen Partnerschaft das Angebot für Wohneigentümer erweitern. Während Key4 bei der Immobilienfinanzierung hilft, kann Houzy Dienstleistungen vermitteln und drängende Fragen von neuen Hausbesitzern beantworten.

 

Das Ökosystem Wohnen

UBS ist mit diesem Vorstoss ein wichtiger Trendsetter. Derzeit ändert sich das Immobiliengeschäft stark und durch die Corona-Krise haben Änderungen, die bereits auf dem Vormarsch waren, überhandgenommen. Dazu gehört zum Beispiel die Entwicklung, den Immobilienkauf in die virtuelle Welt zu verlagern. Dank Videotelefonie, Virtual Reality Touren und Online-Finanzierungsangeboten können Immobiliengeschäfte nun grösstenteils kontaktlos abgewickelt werden.

 

Zudem geht der Trend in Richtung «Ökosystem Wohnen». Ökosysteme sollen Angebote für alle Aspekte eines Themas vereinen. Im Bereich Immobilien möchten die Anbieter von Ökosystemen also eine Lösung für Kauf, Finanzierung, Umzug und alle weiteren verwandten Themen anbieten. Bei Properti ist dies ein wichtiges Anliegen. Wir möchten unsere Kunden durch den ganzen Prozess begleiten – und das immer transparent, flexibel und risikofrei.

 

Die UBS ist nicht die erste grosse Schweizer Institution, die in das Ökosystem Wohnen einsteigt. Auch verschiedene Versicherungsgesellschaften sowie die Schweizer Raiffeisenbank sind auf den Trend aufgesprungen. Jedoch besteht hier ein wichtiger Unterschied zwischen Banken, Versicherungen und Proptech-Startups: Während Versicherungsunternehmen weniger mit privaten Kunden zusammenarbeiten, können Banken wie die UBS und Startups individueller auf Immobilienkäufer eingehen.

 

Die Zukunft eines digitalisierten Ökosystems Wohnen

Im Vergleich zu Nachbarländern ist die Schweiz beim Thema Online-Immobilienkauf noch etwas hinterher. Denn zum Beispiel werden bereits 45% aller Hypotheken in Deutschland online abgeschlossen. In Österreich und der Schweiz ist dieser Trend noch in der Entwicklung. Mit der Lancierung von Key4 hat die UBS einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung getan.

 

Es handelt sich beim Ökosystem, das die UBS plant, um eine Kombination aus Proptech und Fintech. Während die Key4-Hypotheken-Datenbank moderne Finanztechnologien und künstliche Intelligenz nutzt, sind Services wie Houzy und Homegate, das die UBS später in diesem Jahr übernehmen möchte, eher dem Bereich Proptech zuzuordnen. Beide Services sind sehr wichtig für das Ökosystem Wohnen und vor allem bei «Digital Natives» beliebt, die nach den Ereignissen der Corona-Krise noch eher dazu geneigt sind, ihre Geschäfte online zu erledigen.

 

Jedoch haben wir festgestellt, dass trotz der Digitalisierung das menschliche Element beim Immobilienkauf nicht fehlen darf. Während also Banken im Bereich Fintech und Proptech wichtige Dienste leisten, können sie (noch) keine Makler vermitteln. Sie bieten Services im Ökosystem Immobilienkauf, aber noch nicht im ganzen Ökosystem Wohnen an. Bei Properti hingegen helfen wir Ihnen als Verkäufer oder Käufer immer persönlich.