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Das Wohnen im Alter ist ein wichtiges Thema, über das Sie schon früh nachdenken sollten. Beispielsweise ist es beim Hausbau und Hauskauf sinnvoll, zu überlegen, ob sich die Immobilie auch im Alter sowie bei eventuell auftretenden Krankheiten oder Beeinträchtigungen noch eignet. Darüber hinaus gibt es andere Optionen für das Wohnen im Alter, wie etwa Seniorenwohngemeinschaften, Betreutes Wohnen und Seniorenresidenzen.

 

In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, was für das Wohnen im Alter wichtig ist und welche Wohnformen es gibt. Sie erfahren, welche Vor- und Nachteile die vier verschiedenen Optionen für altersgerechtes Wohnen bieten. Zudem gehen wir darauf ein, wie Sie Ihre Immobilie altersgerecht gestalten können, was sowohl für Ihre Zukunft als auch für ältere Besucher und Familienmitglieder eine grosse Hilfe ist.

 

 

Was bedeutet Wohnen im Alter?

Das Wohnen im Alter soll sicher angenehm und würdevoll sein. Dafür ist es unabdinglich, die persönlichen Gegebenheiten wie etwa eine Pflegebedürftigkeit oder Mobilitätseinschränkungen zu berücksichtigen. Die folgenden Faktoren gehören zu den typischen Herausforderungen für das Wohnen im Alter:

  • Abnehmende Mobilität (Gehwagen, Rollstuhl oder Bettlägerigkeit)
  • Hilfebedarf (bis hin zur Pflegebedürftigkeit)
  • Soziale Einsamkeit durch verstorbene Freunde und Verwandte, Krankheit oder finanzielle Probleme

 

Entsprechend gilt in der Schweiz das Prinzip von seniorengerechtem und barrierefreiem Wohnraum. Dieser soll die genannten Probleme vermeiden oder sie zumindest lindern. Dafür gibt es ein grosses Angebot an verschiedenen Wohnformen für ältere Menschen.

 

In den meisten Fällen ist es erstrebenswert und auch günstiger, Menschen ambulant zuhause zu versorgen, anstatt sie stationär in ein Heim zu verlegen. Dies ist normalerweise auch der Wunsch älterer Menschen. Daher gilt die Regelung «ambulant vor stationär» in der Krankenpflege-Leistungsverordnung der Schweiz.

 

Was gibt es für Wohnformen im Alter?

Das Wohnen im Alter ist für viele Menschen ein Thema, über das sie nicht gern nachdenken. Dennoch ist es sinnvoll, sich schon früh Gedanken über die eigenen Präferenzen zu machen. Dafür sollten Sie die folgenden Möglichkeiten kennen:

  • Einzelwohnung: Bei dieser beliebten Variante bleiben Sie in Ihrer bisherigen Wohnung und nehmen Unterstützung von aussen, etwa in Form eines Pflegeunternehmens, in Anspruch.
  • Betreutes Wohnen: Bei dieser Variante leben Sie ebenfalls selbstständig in einer Wohnung, nehmen aber organisierte Hilfsangebote in Anspruch, wenn nötig. Normalerweise ziehen Sie dafür in ein Haus, in dem mehrere Wohnungen auf diese Wohnform ausgelegt sind.
  • Senioren-Wohngemeinschaft: Immer mehr sogenannte WGs bestehen aus Senioren oder aus einer Mischung aus älteren und jüngeren Menschen. Sie erhalten bei dieser Variante Ihr eigenes Zimmer und nutzen Bad, Küche und Wohnzimmer gemeinsam mit den anderen Bewohnern. Dabei können Sie sich gegenseitig unterstützen und lösen zugleich das Problem der sozialen Einsamkeit.
  • Altenheim oder Pflegeheim: Wenn ein Patient nicht mehr in seiner Wohnung leben oder auch nicht mehr in dieser gepflegt werden kann, ist ein Pflegeheim die richtige Entscheidung. Informieren Sie sich früh über Ihre Optionen und reservieren Sie nach Möglichkeit einen Platz in Ihrem bevorzugten Heim, um Engpässe zu vermeiden.

 

Die Frage danach, welche Wohnform sich im Alter für Sie eignet, lässt sich nicht pauschal beantworten. Indem Sie jedoch schon früh für eine barrierefreie und altersgerechte Wohnung sorgen, haben Sie gute Aussichten, so lange wie möglich in Ihren eigenen vier Wänden zu bleiben. Dies ist umso einfacher, wenn Sie Ihre Liegenschaft bereits abbezahlt haben – mehr zum Immobilienkredit lesen Sie hier.

 

Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Besonderheiten, die Vor- und Nachteile sowie die finanzielle Bedeutung der vier verschiedenen Möglichkeiten für das Wohnen im Alter. Da oft nicht absehbar ist, welche Herausforderungen Sie im Alter überwinden müssen, lohnt es sich, gut zu planen und auf mehrere Optionen vorbereitet zu sein.

 

Option 1: Die eigene Immobilie altersgerecht gestalten

Eine der besten Möglichkeiten, um sich auf das Wohnen im Alter vorzubereiten, besteht in einer altengerechten Ausstattung Ihrer Immobilie. Damit können Sie schon früh beginnen, da ältere Verwandte und Freunde sich sicherlich über die angenehmere Nutzung freuen. Diese beiden Problemfelder sind besonders häufig:

  • Unfallgefahr: Stufen, Stolperfallen, eine gedimmte Beleuchtung, rutschige Bodenbeläge und mangelnde Handgriffe oder andere Möglichkeiten zum Festhalten sind ein grosses Problem für ältere Menschen. Denn ein Sturz kann schnell zu langfristigen gesundheitlichen Störungen führen. Achten Sie daher darauf, die Gefahr für Unfälle im Haus sowie im Aussenbereich zu minimieren.
  • Barrieren: Um Barrieren zumindest im Erdgeschoss zu minimieren, sollten Sie sich vorstellen, wie sich ein Rollstuhl bewegen könnte. Schwellen, Treppen, schmale Türen, niedrige Tische, unzugängliche Schränke und Arbeitsflächen sowie eine kleine, nicht rollstuhlgerechte Toilette sind hier als Herausforderungen zu nennen.

 

Tipp: Beim deutschen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erhalten Sie eine ausführliche Checkliste für altersgerechtes Wohnen, die dabei hilft, Ihre Wohnung entsprechend zu anzupassen.

 

Für die Finanzierung eines altersgerechten Baus oder Umbaus können Sie je nach Kanton verschiedene Förderangebote in Anspruch nehmen. Informieren Sie sich zudem bei Organisationen wie Wohnbaugenossenschaften oder Procap über Möglichkeiten des Wohnens im Alter sowie über finanzielle Unterstützung.

 

Die folgenden Dienste und Angebote sind in der Lage, Ihnen das Wohnen im Alter in der eigenen Wohnung zu erleichtern:

  • Ambulante Pflegedienste
  • Mahlzeitendienste
  • Hausnotrufsysteme
  • Pflegehilfsmittel

 

Diese Dienste und Unterstützungsangebote werden normalerweise von der privaten Pflegeversicherung oder von Ihren Ergänzungsleistungen übernommen. Je nach Grad Ihrer Einschränkung ist es möglich, dass Sie einen Teil der Kosten selbst übernehmen müssen.

 

Moderne Möglichkeiten für das Wohnen im Alter

Neben den genannten Möglichkeiten für Assistenz im Alter können Sie sich auch auf moderne technologische Lösungen verlassen. Zum Schlagwort «Smart Home» gehören auch Technologien, die speziell auf Senioren ausgerichtet sind, wie beispielsweise das sogenannte Ambient Assisted Living.

 

Hier handelt es sich um smarte Helfer, die mithilfe von Technologien aus dem Internet of Things dabei helfen, die Einschränkungen älterer Menschen zu kompensieren. Beispielsweise ist es möglich, über Sensoren typische Bewegungen oder den Wasserverbrauch zu messen und bei Abweichungen von den üblichen Mustern direkt eine Hilfestellung anzubieten. Auch intelligente Herde und Wasserarmaturen bieten bei einem Unfall schnell Hilfe.

 

Sprachassistenz und künstliche Intelligenz sind weitere Angebote aus diesem Bereich, die etwa bei der Steuerung von Haushaltsgeräten hilfreich sind. Besonders wichtig ist das Thema Hilferuf, der für alleinlebende ältere Menschen lebensnotwendig ist. Die kompetente Nutzung von Smartphones und vergleichbaren Geräten ist hier ein Muss – entsprechende Kurse und Unterstützungsmöglichkeiten werden online und in allen grösseren Städten angeboten.

 

Option 2: Betreutes Wohnen im Alter

Wenn das Wohnen in der eigenen Immobilie zu kompliziert, zu teuer oder zu einsam wird, kommt häufig das betreute Wohnen in Frage. Hier behalten Sie Ihre Unabhängigkeit und leben nach wie vor in einer eigenen Wohnung. Diese befindet sich typischerweise in einer entsprechenden Wohnanlage – dies können Sie sich leisten, indem Sie Ihre alte Immobilie verkaufen.

 

Beim betreuten Wohnen leben Sie selbstständig, profitieren aber zusätzlich von umfangreichen Hilfs- und Pflegeangeboten. Zudem gibt es viele Freizeitmöglichkeiten, bei denen Sie mit Gleichaltrigen in Kontakt kommen. Bei Aufgaben wie Putzen, Kochen oder Einkaufen werden Sie vom Pflegepersonal unterstützt.

 

Häufig sind auch die Familienmitglieder einer älteren oder pflegebedürftigen Person mit dem betreuten Wohnen entlastet. Denn das sogenannte Service-Wohnen übernimmt viele Aufgaben, die sonst der Familie zufallen. Zudem besteht die Gewissheit, dass die älteren Familienmitglieder in besten Händen sind und jederzeit professionelle Hilfe sowie medizinische Aufmerksamkeit erhalten können.

 

Option 3: Wohngemeinschaften und Wohngruppen für Senioren

Eine recht neue Entwicklung im Bereich Wohnen im Alter sind Senioren-Wohngemeinschaften und Wohngruppen. Hier erhalten Sie ein Einzelzimmer und teilen Gemeinschaftsräume wie Küche, Bad und Wohnzimmer mit den anderen Bewohnern. Manchmal erhalten Sie auch eine eigene kleine Wohnung oder Ihr eigenes Bad.

 

Manche dieser Senioren-WGs haben eine professionelle Pflegekraft, die sie betreut. Dann ist es möglich, die Pflegesachleistungsansprüche gemeinsam in einem Pool zu bezahlen, aus dem die Pflegekraft finanziert wird.  

 

In anderen Fällen geht es weniger um die medizinische Betreuung und vielmehr um die Vermeidung von Einsamkeit. Bei der privaten Organisation eine Wohngemeinschaft sind viel Planung und Abstimmung gefragt, aber Sie erhalten auch ein sehr gutes Ergebnis: Beste Gesellschaft, neue Freunde und gegenseitige Unterstützung.

 

Tipp: Achten Sie darauf, rechtliche Fallstricke der Wohngemeinschaft zu vermeiden und alle Eventualitäten vertraglich zu regeln.

 

Wenn Sie auf der Suche nach einer Senioren-WG sind, können Sie sich auch bei Ihrem Kanton darüber informieren, ob es Modellprojekte oder Angebote von gemeinnützigen Trägern gibt. Manche dieser Wohnformen sind für Menschen verschiedenen Alters, was gerade für Senioren ohne eigene Kinder oder Enkel sehr angenehm und bereichernd sein kann.

 

Für die Suche im Internet ist es empfehlenswert, gezielt nach privat und öffentlich organisierten Wohngemeinschaften zu suchen. Nutzen Sie dafür Schlagwörter wie «Plus-WG» oder «Wohngemeinschaft 50plus». Auch das Stichwort «Mehrgenerationen-Haus» hilft bei der Suche.

 

Option 4: Zimmer oder Wohnung in einer Seniorenresidenz

Die sogenannte vollstationäre Pflege in einem Alten- oder Pflegeheim ist bei zunehmendem Alter und hoher Pflegebedürftigkeit manchmal die beste oder auch die einzige Option. Hier erhalten Sie ein Zimmer oder eine kleine Wohnung und werden rund um die Uhr versorgt.

 

Der grosse Vorteil an der Seniorenresidenz ist, dass Sie eine Kombination aus Krankenhaus und sozialen Aktivitäten erhalten. Viele Heime bieten zahlreiche Gruppen und Vernetzungsmöglichkeiten an, sodass Sie auch im hohen Alter noch neue Bekanntschaften schliessen können. Zugleich sind all Ihre Bedürfnisse abgedeckt.

 

Übrigens gibt es auch immer mehr Träger, die von der Hausgemeinschaft 50 plus über die Senioren-WG bis hin zu Alterswohnungen und Zimmern mit vollstationärer Pflege alle denkbaren Wohnformen im Alter in einem Komplex anbieten. So können Sie einen nahtlosen Übergang geniessen und sich gut über die denkbaren Wohnformen informieren.

 

Überprüfen Sie vor der Entscheidung für eine Seniorenresidenz stets, wer der Träger ist. Oft bieten Kommunen und Wohlfahrtsorganisationen das Wohnen im Alter an. Manche Institutionen werden aber auch von einer Kirche oder von anderen Organisationen gesponsert, die eventuell nicht Ihren eigenen Werten entsprechen.

 

Übrigens: Die Kosten für eine Wohnung oder ein Zimmer in einem Pflegeheim bzw. in einer Seniorenresidenz sind stark von der Einrichtung und von der Stadt abhängig. Grundsätzlich gilt die Regel, dass der Anteil der Wohnkosten am Einkommen bei Rentnern bis zu 66% des Einkommens betragen darf (bei Erwerbstätigen gilt eine Faustregel von 33%). In diesen Kosten sind neben Miet- und Nebenkosten auch Ausgaben für die Pflege, das Notrufsystem, die Nutzung der Gemeinschaftsräume sowie Events und oft sogar die kulinarische Verpflegung enthalten.

 

 

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